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Sabbatical 2.0 Backpacking Burma – Der Pagoden Blues

Videonauts backpacking Burma Inle Lake II

 

Bus zum Inle Lake

Neben Bagan ist der Inle Lake das zweite Standardziel jeder Burma Reise. Der Busbahnhof in Rangun ist weiter weg von der Stadt als der Flughafen? Das hatte ich auch noch nicht – Problem allerdings mit 8$ Taxifahrt gelöst. Die auf Touris spezialisierten Hotels können alle Tickets / Taxis buchen und arrangieren. Der Bus ging über Nacht und schien sehr komfortabel zu sein. Grosse Sitze, fast vollständig nach hinten zu Sleeper umklappbar. Dazu ein kleines Fresspaket, Wasser und eine Decke für die Nacht. Und natürlich Musik und ein Film zur Unterhaltung. Der war seltendämlich aber alle waren am lachen. Ich schätze ich hab den „Humor“ – flache Slapsticks – nicht begriffen…vielleicht bei der nächsten Fahrt.

Nach Indien mal wieder eine 11stündige Nachtfahrt mit dem Bus. Nach mehreren Essen & Toilette Stops landeten wir um fünft Uhr in der Früh in Nyaung Shwe, dem Ausgangspunkt vom Inle Lake. Als erstes dürfte ich aber als EINZIGER im Bus die 10$ Naturschutz Abgabe raus rücken. In Bagan heißt die Mafiatour archeologisches Schutzgebiet und kostet 22$. Klar nur für Ausländer, ich meine wer sonst.

Videonauts backpacking Burma Inle Lake III

 

Nyaung Shwe

Die Bevölkerung scheint echt aus early birds zu bestehen. Frühstück Cafes sind nicht nur um 5 Uhr schon auf, sondern auch gut besetzt. Einen Tee später latschte ich zum Hotel und ein checkin um 5:30 in der Früh war kein Akt (offiziell 14:00 Uhr) – wie in allen Hotels in Burma die ich hatte. Schätze es ist der Segen der Vorsaison. Den Tag in dem ‚Backpacker Ort‘ verbrachte ich mit Fahrradfahren durch die Ortschaften – ein Roller war leider nicht zu haben. Obwohl man nach Bagan von einer örtlichen Szene sprechen konnte, war der Ort stink langweilig. Nach Essen gehen waren sonstige Aktivitäten quasi nicht vorhanden (galt auch später für Bagan).

Tag drauf die grosse Bootstour auf dem See und am Abend weiter über Nacht nach Bagan. Ich hatte noch die Illusion, das dort mehr los sein würde. Neben Yoga hätte ich auch einen Kochkurs, Origami Kurs, Stricken oder zur Not was auch immer gemacht. Aber soweit ist Burma leider noch nicht. Auch wenn die Saison in November los geht, so langweilig konnte es doch nicht sein. War eh schon alle zwei – drei Tage mit einem neuen Buch fertig.

Videonauts backpacking Burma Inle Lake

Der Tag auf dem See war an sich echt interessant. Fischer die sich schon gerne für die Touris in Pose werfen, Dörfer auf Stelzen, Tempel, Handwerker die Silber oder Baumwolle / Seide bearbeiten, schöne Landschaft – alles in einem Paket mit dabei. Bis auf die vielen Händler ein entspannter Tag.

Die Händler

Ein „Nein ich brauche nichts“ wird als „der Preis ist zu hoch“ verstanden. Leider stellen Sie sich dabei noch reichlich dumm an. Ein T-Shirt oder Armband kann nicht initial 15$ kosten. Wenn man lachend weg geht, wollen sie sofort nachverhandeln. Es fehlt diese sympathische Seite wie etwa in Thailand oder Indien. Paar Witze, Sprüche wegen ’special price for you‘ oder ‚morning price‘ etc. Hier wirkten die vielen Händler aufdringlich oder sie sind halt noch am üben. Ist noch ein langer Weg würde ich sagen. Wenn ein Shirt in Thailand für 2-3$ zu haben ist – wie kann er hier 10 Eier Kosten? Ein Leinen Schall für 15$ – sorry ist nicht. Es langweilt die gleiche Tour bei jedem Eingang zum Tempel / Pagoda durch zu machen.

Videonauts backpacking Burma Bagan

 

Bagan

Auf der Suche nach etwas Socializing und Aktivitäten ging es am Abend wieder über Nacht nach Bagan. Gleiche Liga wie Angkor Wat oder Machu Picchu und somit ein absoluter Besuchermagnet. Bekannt durch magisch verträumte Bilder von Pagodas, Luftballons, Dschungel und Hügel die in sanftes Leicht & Nebel getaucht sind. Ja hier müsste doch was los sein! Dachte ich.

Unterkünfte verteilen sich auf drei Orte; Nyaung-U (die meisten Backpacker & Restaurants), Old Bagan (teure Hotelanlagen) und New Bagan (zweite Wahl für Backpacker). Programm hier ist mit dem Fahrrad, Rentnerdrohne (e Bike) oder einem Electro Roller die Gegend zu fahren, die vielen Pagodas zu besichtigen, dazwischen was zu Essen und nach guten Spots für den Sonnenuntergang oder Aufgang zu suchen. Es müssen wohl zig Tausend Pagodas mal gewesen sein. Derzeit stehen noch ca. 2000 in der Gegend rum.

Standard Programm bei der Anfahrt: 5 Uhr in der Früh Ankunft, Tee, Taxipreis aushandeln, die 22$ zahlen, Ankuft Hotel, early checkin möglich, ab ins Bettchen, Electro Roller im Hotel mieten und los geht’s.

Videonauts backpacking Burma Bagan sunrise

 

The Art of Driving

Leise summen die China Electrokracher vor sich hin und man rollt mit max 40kmh durch die Gegend. Es lohnt sich die Batterieanzeige laufend zu beobachten..der Spaß geht doch recht schnell zu Ende. Mit dem ersten Roller war nach ca. 2,5st Schluss – ich rollte mit 2kmh grad noch zum Hotel rein. Der zweite bremste zwar nicht, dafür blockierte die Hinterbremse von Zeit zur Zeit von alleine; etwas unkontrollierte Powerslides waren die Folge. Der dritte war dann ok, allerdings quietschte die Bremse wie blöd.

Wer hier allerdings bremst, hat das Spiel in Asien echt nicht begriffen! Den Nutzen von Seitenspiegeln kennt hier keiner, Blinker wird nicht benutzt – dafür einfach die Hupe. Quasi vom Ochsenkarren gleich auf ein Motorrad. Vorfahrt hat der mutigere und Licht im Dunkeln echt nur wenn es sein muss. Schadet irgendwie dem Motor, glaubt man wohl. Ich hab im Netz gelesen das in Bagan kein Touri auf einem Benzinroller fahren kann (man kriegt auch keinen ausgehändigt). Warum weiß keiner so recht – dafür heizen kleine Scheisser zu zweit / dritt drauf mit Kippe und Handy beim Fahren in der Hand. So geht’s sicher auch.

Das perfekte Bagan Bild

Die Bagan Gegend ist schön; überall in der Gegend stehen kleinere und größere Pagodas. Paar sahen reichlich mitgenommen aus und waren partiell oder ganz abgesperrt. Dachte mir nix dabei, bis ich ein Schild mit einem Hinweis auf Erdbeben in der Baganecke Ende August gefunden habe. War da grad in Indien und hab nix mitbekommen. Trotz des Pagodenoverkills gings zum Sonnenuntergang zur Shwe-San-daw hoch. Illusionen lösten sich in Luft auf – Massen von Menschen (mit Busen hin gekarrt) warteten bereits auf das Spektakel. War schön auch wenn nicht so intim, wie ich es gerne hätte.

Videonauts Sabbatical Burma Bagan crowd

 

Foto Orgie

Zweiter Versuch in der Früh; um 5:30 los in der Hoffnung das es ruhiger wird. Weniger Leute – ja – dafür die zweifache Anzahl an Fotoapparaten. Zum Teil zwei Stative pro Nase. Sonnenaufgang wird in Sekundentakt abgelichtet. Ich wette die Summe der Fotoausrüstung oben übersteigt den Monatsumsatz von ganz Bagan. Alle wollen DEN Bagan Shot haben – der aber nicht kommt! Luftballons wohl nur in der Hauptsaison Dez-Feb und auch nicht mehr so nahe an den Pagodas wie früher. Das Licht ist wegen der noch laufenden Regensaison auch anders. Gut – wofür hat man Photoshop? Für den weiteren Abend suchte ich mir eine kleinere & abgesperrte Pagode weiter weg. Paar Leute kriegten mit was ich tue und liefen mir nach. Ok, vier Touristen statt 500 am Abend – schon besser denke ich.

Ansonsten war es in Bagan ähnlich wie am Inle Lake – stink langweilig. Genau das was ich grad nicht gebrauchen konnte. Nach 2,5 Tagen hatte ich genug und eine Schiffsfahrt nach Mandalay wurde gebucht (32$ ca. 12 Stunden den Fluss rauf). An sich in Bagan Spaß gehabt aber es fehlte was..kann es noch nicht genau beschreiben.

Videonauts backpacking Burma Bagan sunset III

 

Mandalay

Als Stadt ist leider nichts besonders – schade eigentlich. Durch ein Toy Dolls Lied aus den 90ern kannte ich zumindest den Namen der Stadt (Nelly the Elephant). Hab mir mehr vorgestellt. Schöner Palast, schöner Aussichtspunkt oben von der Pagode, endlich paar Bälle auf der Golf Range geschlagen aber mehr war nicht (ohne Handschuh & in Latschen).

Videonauts Sabbatical Burma Mandalay golf III

Mein Versuch einen Roller zu kriegen, endete in einem Fiasko. Mein Magen tat seit paar Tagen weh (ich tippe auf den BBQ Fisch in Bagan) und alles ging mir langsam auf die ‚Eier‘. Die Hitze, die Leute, die vollgestellten Bürgersteige, die vollgespuckten Strassen, der scheiss Tee, die Langeweile, die Moskitos Nachts, die 10 Mitarbeiter pro Shop die alle kein Englisch sprechen und nur dumm grinsen, die nicht vorhandenen Shishas etc.

Der Pagoda Blues

Ich began mich echt rein zu steigern. Ich hatte zunehmend Lust dem nächsten, der mich mit der Fresse voller Kautabak anquatschte, das Maul blutig zu schlagen. Nicht das es bei der Mundflora weiter aufgefallen wäre. Für den nächsten ‚where you go‘ (statt netten ’need a ride/Taxi‘) oder ‚look my shop‘ in meine Richtung hingebellten Spruch den Mongo in den Fluss zu befördern. Mit einem Stock dem nächsten Vollpfosten, der ohne Licht Nachts Roller/Auto fährt, die Kniescheiben zu bearbeiten. Und wo ich schon dabei war – endlich einen der vielen süssen Strassenwelpen zu treten. Stellvertretend für die sonst üblichen & nervigen Affen um alle Tempeln in Asien rum.

Ich rechnete es mir echt hoch an, das ich noch keinem ins Gesicht gesprungen bin. Ich war am Ende, der Pagoda Blues war im vollen Gange. Hatte es satt alles toll finden zu wollen, weil es ja jeder schön fand. So anders, so nicht touristisch, so echt…so langweilig und scheisse. Burma sucks!

Video

Zum Schluss nochmal das GoPro Video – als visueller Fazit der ganzen Reise

 

Videonauts Sabbatical Burma Pyin OO Lwin

Zwei Bier geholt und beim on / off WiFi mit dem Handy zähneknirschend für paar Tage später einen neuen Rückflug nach Bangkok & sofort Weiterflug nach Laos gebucht. Klar gibts keine Direktverbindung, aber zwei mal 65€ sind auch ok. 15€ sind jeweils die drecks Servicepauschalen / Zahlungsart (Visa) Gebühren von opodo oder Air Asia. Der alte Flug 1,5 Wochen später war damit endgültig für die Mülltonne.

Danach zur seelischen Stabilität ein neues Handy gekauft (Lenovo Vibe K4 Note mit einer VR Brille als Goodie on top für 170 Eier). Hab zunehmend Fotos nur noch mit Handy gemacht. Lenovo hatte eine super Cam und mein Handy flog in Nepal (klar was sonst) aufs Display; netter Bruch einmal quer durch. Ging zwar noch, optisch aber absoluter Killer. Manchmal braucht man halt ein neues Spielzeug.

Videonauts Sabbatical Burma Pyin OO Lwin IV

Pyin OO Lwin

Hatte also noch genau drei Tage für das Restprogramm. Pyin OO Lwin als nettere & kühlere Abwechslung, Nachtfahrt nach Rangun, letzter Tag in der grossen Stadt & früher Abflug am Sonntag. Also genau zwei Wochen in Burma.

Ja eigentlich hätte die Regensaison vorbei sein sollen. Eigentlich. Durch Zyklone im Indischen Ozean hat halb Asien allerdings Gewitter abgekriegt. Leider auch die nette Gartenstadt. Mit dem shared Taxi innerhalb von 2 Stunden vom Mandalay rüber; nach Bus und Boot eine nette Abwechslung. Dann so im Regen etwas durch die Gegend gelaufen. Tag drauf – klar Regen in der Früh. Am Vormittag gings wieder aufs Bike und eine Runde drehen. Auf der Golfrange erstmal über 100 Bälle ohne Handschuhe mit zu kleinen Griffen abgefeuert. Klar das die Hände danach voller Blasen waren. War aber dennoch nötig.

Weiter zum süper Garten der Stadt. Im Halbregen aber keine Lust gehabt 5$ zu zahlen. Beim nächsten Eingang (National Landmarks Garden) an der mit dem Kopf auf dem Tresen liegenden ‚Mitarbeiterinn des Monats‘ leise vorbei gegangen. Kein schlechtes Gewissen dabei.

Videonauts Sabbatical Burma Pyin OO Lwin III

Das Imperium schlägt zurück

Aug dem Rückweg einen Platten gehabt und im leichten Regen den Rest geschoben. Echt mieses Karma. Den Rest des Tages mit den Handy Updates & lesen verbracht. Schade weil die Stadt & Umland echtes Potential hatten.

Tristesse kam aber nicht auf; kurz vor der Fesitvalsaison (Mitte November?) sammeln Klöster etc. Geld ein. Dazu fahren sie mit einer rollenden Karaoke & Elephant Dance (so was wie in China mit dem Drachen) Show rum. Ich hab zwar Kühe besser singen hören, aber dürfte nicht weiter wählerisch sein. Der Elephant dagegen hatte schon was. Prädikat ‚künstlerisch Wertvoll‘!

Aus is

Dann die dritte Nachtfahrt im Bus quer durchs Land, in Rangun Taxikosten mit paar Thais teilen und um 6:00 Früh im Hostel. Mal wieder war das frühe checkin kein Akt und WiFi superschnell. Handy mit Apps & Updates vollgeknallt, letzte 20$ gewechselt und los gings zum Zeit totschlagen. Mir schwebte vor allem Essen & Trinken vor (Sushi, Cafes und Obst & Bier). Mehr wollte ich nicht machen.
Zum Schluss sogar noch ein Faluda gehabt – eine Art Bubble Tee mit Eis und viel bunter Gelatine. Einfach runter damit.

Videonauts Sabbatical Burma Rangun Faluda

Zwei Wochen…warum die Stimmung kippte, kommt sicher später noch ganz raus. Erstmal morgen am Sonntag in Laos gut ankommen.

Love it, change it or leave it! (Word)

Videonauts Sabbatical Burma Rangun Park

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