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Indonesien & Bali – Transport Mike?!

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Bali

Für die letzten Monate meiner Freiheit fiel die Wahl auf Indonesien. Weniger Bali, auch wenn man dort am besten anfängt. Nach 18St Flugzeit und sieben Stunden Zeitunterschied braucht man erst mal paar Tage. Danach aber sofort weiter – soweit der Plan.

Kuta (und damit meine ich ganzen Kaffs die hier zusammen gewachsen sind) verändert sich nach wie vor in einem ordentlichen Tempo. Alice Schwarzer wurde wohl von „vernuttung“ sprechen (lol). Immer mehr Damen hängen in den Bars meist um dicke alte Australier rum. Auf der Straße noch mehr Mopeds und Autos und generell noch mehr Arschgeigen. An jedem Eck – selbst aus ehemaligen Friseur Läden – sind jetzt Massage & Spa Salons geworden. Überall! Und permanent begleitet einen der „Massage“ Ruf wie es wohl nicht mal in Pataya zu finden ist (und ich bin der letzte der drauf Bock hat). Einzig nette Entwicklung sind die Herren Barber Shops; Preise ok – Leistung geht an sich.

Angeblich sei der schwache Euro ein Segen für Deutschland und Europa??!! Nun gegenüber 2014 hat der Wechselkurs ca. 15% nachgegeben; plus die hier übliche Inflation von 5-10% p.a. Ist alles ca. 25% teurer. Noch immer günstig verglichen mit Europa, aber dafür fliegt man ja jetzt nicht um die Welt oder?

Nach drei Tagen ab auf die Gilies und endlich mal wieder tauchen. Surfen hat in Kuta wieder Spaß gemacht, auch wenn man umgeben von Müll im Wasser lag. Die Sonnenuntergänge und das dazugehörige Bier wie immer schön, aber der Rest stresst zu sehr. Das permanente „Hey Mike“ Gelabber von jedem Deppen auf der Straße nervt mich persönlich einfach zu sehr. Auch wenn sie derzeit eher mit „Hey Boss“ oder mit „Yo Brother“ etc. daher kommen. Der Dreck im Wasser und am Strand – Plastik aller Art – macht schon einem sehr nachdenklich. Zwar wird kräftig in der Früh geräumt, aber zum Teil sieht es widerlich aus.

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Gili Travangan

Generell sind die Jungs mit dem Pickup immer ca. 1St hinten dran. Dann die Frage ob man einer der letzten auf der Liste ist – dann geht’s nämlich gleich nach Padang Bai zum Hafen (ca. 2st Fahrt). Wenn nicht kurvt man noch bis zu einer Stunde in Kuta rum und sammelt den Rest der Touris ein. Dann die Bootsfahrt – je nach Firma unterschiedlich gut & schnell. Alles zusammen locker 6 Stunden. Bei Ankunft auf Gili Travangan noch an der üblichen Menge von Marktschreiern vorbei und der Chillout kann beginnen.

Hab für die fünf Tage relativ günstig ein nettes Bungalow für ca. 14€ geschossen. Das geht  vor allem bei dem netten open air Bad. Die Insel selbst wurde ordentlich in den letzten paar Jahren zugebaut. Grade versuchte wohl die Regierung / Dorfältesten etwas dagegen vorzugehen. Alle Aufbauten die die Sicht auf den Strand behindert haben, sollten weg. Da saß man noch am Abend in einem Schuppen – am nächsten Tag war schon so gut wie alles weg. Bis auf die brennenden Reste. Könnte – wenn ordentlich gemacht – durchaus seinen Charme wieder gewinnen.

Generell haben die Indonesier ein Händchen dafür ehemals ruhige & entspannte Orte schnell durch massenhaften & hässlichen Ausbau zu ruinieren – sehe Dreamland Beach, Gili Inseln, Kuta, etc.

Die Preise fürs Tauchen haben ordentlich angezogen. Selbst mit Discount liegt ein Tauchgang weit über 30€. Das war alles schon mal billiger. Zumindest ist es immer noch recht unkompliziert; in max. 15min ist man schon im Wasser.

Dann leider der erste Spoiler; die Boote Richtung Flores / Komodo gehen noch nicht. Wegen der Stürme fängt die Saison erst Mitte März oder später an. Für mich hieß es zurück nach Bali und ein Flug nach Labuan Bajo in Flores.

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Flores

Flores würde ich ca. 20 Jahre hinter Bali beschreiben. Alles noch nicht bzw. kaum erschlossen. Nette Abwechslung – statt „Hey Mike“ schreien die meisten einem „Hello Mister“ hinter her. Vielleicht lag es aber auch an meiner Seniorität, während ich permanent in Badeshorts & Latschen durch die Gegend lief? Alles noch recht ursprünglich und nicht gerade billig. In Kuta kriegt man mehr Mehrwert fürs gleiche Geld – dachte ich mir. Ein Pluspunkt waren die Fisch BBQ Stände am Wasser ab Sonnenuntergang. Gute Auswahl an Fischen vor den Augen zubereitet & gegrillt. Bier konnte man sich gegenüber im Supermarkt holen – da merkt man doch den muslimischen Einfluss.

Nach einem Tauchausflug – der fantastisch war – habe ich mich zur meiner ersten Tauchsafari überreden lassen. Drei Tage auf dem Boot, zwei Nächte und zehn Tauchgänge.

Ich glaube Labuan Bajo besteht zur Hälfte nur aus Tauchschulen und es werden laufend mehr. War nie ein großer Freund des exzessiven Tauchens, aber für drei Tage geht’s. War eine herrliche Zeit – viel Spaß auf dem Boot, grade mal zu viert mit dem Instructor, wunderschöne Sonnenuntergänge und Sternenhimmel und dazu viel Ruhe.

Zu den Momenten fürs Leben zählen wohl die paar Tauchgänge mit den Mantas. Inklusive meiner Manta Freundin die paar Minuten keinen halben Meter entfernt an mir hing. Zum Abschluss nochmal kurz die faulen Komodo Varane anschauen.

Nebenbei habe ich recht unkompliziert mein Visum verlängern können. Für <50% des Preises, die man mir in Kuta im Reisebüro gesagt hat! Leider mal wieder die Fingerabdrücke abgeben. Verstehe die Logik dahinter nicht; für ein Monat gratis Visum. Für zwei Monate erstmal 35$ für den ersten Monat und dann nochmal 25€ dazu. Aber es lief alles relativ unproblematisch, wenn man sich eine kleine Szene im Büro wegdenkt. Ich war in Shorts und wurde geben entweder ein Sarong umzuhängen (was ich tat) oder mir eine lange Hose zu holen. Es bestehe wohl eine Kleiderordnung auf dem Amt?!

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Quer durch Flores

Den Rest von Flores habe ich relativ schnell abgehackt. Rüber nach Ende geflogen – statt zwei Tage im Bus bei 30 Grad zu sitzen. Eine Runde mit dem Roller dort, aber die Stadt hatte nichts zu bieten. Also rüber nach Moni um den Sonnenaufgang im Park beim Vulkan zu erleben. War ganz an sich ganz nett um 4:30 in der Früh mit dem Roller nach oben gefahren zu werden. Den Rest zu Fuß bis zum Gipfel. Dort – und genau so habe ich es schon im Netz gelesen – ca. 75% aller auf Flores befindlichen Touris auf einmal gesehen. Bis dahin echt max 3-4 am Stück, oben dafür an die 40. Die nächsten zwei Stunden lief ich die 13km nach Moni runter. Ein von Lonely Planet empfohlener Treck. Erstaunlich wie lang ein Tag werden kann, wenn er um 4:15 Früh beginnt.

Zwischenstopp bei Paga, ebenfalls von LP als „herrlicher Strand“ empfohlen. Wollte dort wirklich mal einen Tag bleiben, aber ein Sturm zog auf. Da die Romantik eh dahin war, rollte ich nochmal mit ein paar Kids im Van bis Maumere durch.

Maumere war ..Nichts. Einfach Nichts. Weder Charme noch irgendwas von Bedeutung. Zumindest war das Flugzeug grad mal ein Viertel voll. Dann wieder nach Bali. Paar Tage und weiter nach Java um endlich den Bromo zu sehen.

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Mit dem Roller auf Bali unterwegs

Auf Bali selbst mal wieder mit dem Roller durch die Gegend fahren. Nebenbei konnte ich meinen kleiner privaten Kleinkrieg fortführen – gar nicht an all den x möglichen Stellen zu zahlen. Es wird immer schlimmer: zum Teil verlangt man schon Geld fürs durchfahren in der Nähe von Padang Padang, sonst überall fürs Parken. Selbst der Besuch des Padang Padang Strandes kostet jetzt „Eintritt“. Ich fahre also ohne jegliche Reaktion durch, stelle mich dumm, winke, lächele und gehe/fahre weiter. Fraglich ob ich eine Revolution lostreten kann, aber versuchen kann man es.

Einem Zeitungsartikel nach wurde eine Gruppe von Arschgeigen erwischt, wie sie unberechtigt irgendwo abkassiert haben. Das war kaum ein Einzelfall denke ich. Wo wir bei Scams sind – zwei nette Typen aus Deutschland getroffen; frisch und zum ersten mal auf Bali angekommen. Erste Tour mit dem Roller und nette Polizisten getroffen. Da sie ohne den internationalen Schein unterwegs waren, bat man sie zur Kasse. Haben wohl je eine halbe Million (~35€) abgedrückt. Waren sauer, fassungslos, verärgert etc. Tja, so läufts hier.

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Java

Paar Tage später wurde es Zeit für ein Schnellprogramm Java inclusive dortiger  Sehenswürdigkeiten – Yogyakarta,  Borobudur Tempel und die Bromo Vulkangegend. Eine Stunde Flugzeit von Bali aus und man ist in Yogyakarta. Hier wieder die 3:30 in der Früh Action um den Sonnenaufgang von einem Hügel X für Eintritt Y zu sehen. Der Tempel selbst kostet 20$ Eintritt, aber wir haben es ja. War mit Sicherheit sehr sehenswert, aber auch sehr überlaufen. Ich habe leider (mal wieder) den Sonntag erwischt und damit sehr viele Schüler Gruppen. Diese lieben geradezu Selfies / Fotos mit den Touris. Hab in ca. zwei Stunden locker 200 plus Fotos mit Kids machen müssen. Witzig war es schon.

In Yogyakarta selbst fällt der Unterschied zu Bali massiv auf. Alles viel ärmlicher aber auch  entspannter – die Touristen stehen nicht im Focus. Man wird nicht derart bedrängt wie auf Bali. Zwei Tage reichen vollkommen, dann gleich weiter. Am besten mit dem Zug nach Probolinggo (9 Stunden) und von dort mit dem Bus zum Bromo.

Probolinggo selbst kann als Scam City bezeichnet werden. Alle Scams über die ich gelesen habe, werden dort eins zu eins abgezogen. Preise verdoppeln sich, lokale Transportmafia zieht einem durch ihr Monopol auf dem Weg zum Bromo ab etc. Am besten vorher gut informieren und die Tipps befolgen.

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Bromo

In Bromo Village selbst verbringt man eh nur eine halbe Nacht und den Vormittag dazu. Um 3:30 in der Früh wieder auf um den überlaufenen Viewpoint zu besuchen. Dann weiter zum Bromo selbst, wieder zum Dorf zurück, Rucksack holen, runter fahren und ab zum Zug. Durch vorheriges Informieren habe ich den lokalen Trampelpfad benutzt um ohne zu zahlen zum Vulkan zu gelangen – lief alles einwandfrei. Ein Scam weniger. Vorher schon entschied ich mich nicht mit dem Zug / Bus die 12-14 Stunden zurück nach Kuta zu fahren, sondern für 28€ von Surabaya zu fliegen. Nach acht Monate auf Achse war meine Bereitschaft für lange Fahrten wirklich nahe Null. Noch am selben späten Nachmittag war ich wieder in Kuta. Java war als Abwechslung geil – etwas schade das ich nur Zeit für ein Schnellprogramm gehabt habe. Vor allem wenn ich an die nächsten zwei Wochen in Kuta denke.

Kuta Overkill

Empfehlung an alle – jeweils nur ein Monat pro Land; danach flaut irgendwie die Aufregung ab. Mit fast 7,5 Wochen brach in diese Regel in Indonesien, was nicht so gut für mich lief. So ziemlich genau einen Monat nach der Ankunft wurde mir in Kuta einfach zu viel.

Beim Surfen im Wasser ging es schon mal los. Locals – meet the Kuta Cowboys – führen sich per Definition immer auf, aber das ging wieder auf keine Kuhhaut. Bei gefühlten 200 Leuten pro Surf Spot ist es auch kein Wunder, vor allem wenn vorne am Strand die Ruskies als Anfänger dazu kommen. Die Vorfälle häuften sich. Auf der Straße konnte ich das permanente an labbern und anfassen nicht mehr ausstehen. Nach mindestens drei Vorfällen nahe der „aufs Maul hauen“ Grenze konnte ich endlich mein Hotel stornieren und weiter raus nach Seminyak fliehen (vorher wollte mir das Hotel das Geld nicht zurückgeben). Hier war endlich Luft zum Atmen. Zwei Tage später ging es nochmals paar Kilometer Richtung  Canggu raus.

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Es half, aber die Luft war doch wieder raus. Ich habe fast alle Länder in Asien gesehen, aber nirgendwo gehen mir die Verkäufer / Leute derart an die Substanz. Ich packe diese dumme, distanzlose Drecksart auf Dauer einfach nicht. Trotz schöner Momente beim Surfen oder bei den Rundreisen auf Bali verspüre ich keinerlei Lust dorthin zurück zu kommen. Ich lief fast nur noch am Strand und mit dem MP3 Player rum und versuchte möglichst gar nicht auf das Getexte zu reagieren. Half aber darum geht es doch im Urlaub nicht, oder? Kuta (und die nähere Umgebung) widerte mich einfach nur noch an. Zähneknirschend zahlte ich unterwegs die horrenden Eintritte für ehemals (noch vor drei Jahren) günstige Tempel. Und die Parkgebühr dazu. So vergingen die letzten zwei Wochen.

Am letzten Tag in der Früh paar schöne Wellen beim Surfen erwischt. Damit konnte man sich aus Bali verabschieden entschied ich. Unterwegs noch ein Bier am Strand und endlich ab zum Flughafen. Und sowas von froh da raus zu sein! Wir sind – und das für eine lange Zeit wenn nicht für imer – miteinander fertig. Kuta Sucks! Bali Sucks!

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