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Ostseeküstenradweg (GPS Route)

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Der Ostseeküstenradweg

Früh raus und schnell Polen hinter sich gelassen. Sofort wurde es entlang der Usedom ruhiger. Und teurer, vor allem meine kleinen Snacks und Kuchen entlang der Küste. Schätze ich habe laufend ordentlich Kalorien verbraten. Noch was hat sich stark verändert und zwar die Qualität der Straßen. Es wurden Waldwege, Sand, unebene Trails, Pflasterstein Straßen und Kies draus. Das bremste mich doch stark ab, auch wenn ich wieder den ganzen Tag meist bis 17-18 fuhr. Hier und da noch eine Fähre dazu und mein Budget ging auf das Doppelte nach oben. Camping war weiterhin kein Problem, quasi alle paar Kilometer gab es ein Zeltplatz. Das gleiche galt für alle möglichen Shops & Getränkeläden.

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Rügen

Wenn mir die Ossis irgendwo besonders auf die Eier gingen, dann war es auf Rügen. Irgendwie sind die Leute oben alle halbgar im Kopf. Ist es der Wind oder die zu nahe Verwandtschaft der Ehepartner der letzten Generationen? Da sollten sich ein paar echt Gedanken machen. Wurde mehrmals auf der Straße von Arschlöchern angehubt – was mir vorher und danach nicht passiert ist. Jede Bestellung oder Frage musste man mehrmals umformulieren, so das sie ankam etc. Die Insel mag ja schön sein, geht aber ordentlich auf die Nerven. Zu der Zeit hat mein Tretlager angefangen aus dem letzten Loch zu pfeifen. Um das Knirschen zu überdecken half nur noch die Musik höher zu drehen. Das war allerdings auch mein letzter durchgehen schöner und sonniger Tag.

Ostseekuestenradweg

Der Regen

Ab Stralsund ging es Wetter technisch nach unten. Währen ich in Ruhe vor der Gorch Fock noch frühstücken wollte, fing es an zu tropfen. Es verwandelte sich in einen durchgehenden Regen unterbrochen von starken Regenschauern. Meine erste Jacke und Trikot war nach paar Stunden komplett durch. Die zweit habe ich versucht mit etwas Plastik obendrauf zu retten. Nach über 100km war ich fertig und legte den Rest nach Rostock mit der Bahn zurück. Eine nette Absteige / Pension gefunden und wusch / trocknete mein Zeug. Die Brooks Tasche hielt, die billige Lidl Tasche war komplett durch. Weiß auch nicht was ich mir dabei gedacht habe. Billiges Zeug bringt nun  mal nix auf einer längeren Tour; ist ja nichts Neues. Durch die Waldwege auf Schotter und Sand war sowohl die Karre wie auch die Taschen komplett dreckig. Da es keinen groß interessierte wusch ich beide unter der Dusche ab. Und trocknete sie mit herumliegenden Handtüchern. Ein nogo im jeden Hostel, aber was solls. Note to myself – keinen billigen Scheiß mehr kaufen; ist nur rausgeschmissenes Geld.

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Der Wind

Nach dem Regen kam der Wind. Sturmböen haben Deutschlands Küsten erreicht und kamen von Nord-West. Wo fuhr ich hin? Nord-West. Das Pfeifen und Heulen des Windes begleitete mich die nächsten zwei Tage. Danach war ich total Kirre im Kopf davon. Hier und da nochmal ein leichter Sprühregen aber nichts im Vergleich zum Wetter davor. Hatte durchaus schöne Phasen an der Küste auch wenn der Weg nicht immer leicht zu finden war. Die Beschilderung lässt irgendwie zu wünschen übrig (oder es gibt oft mehrere Wege). Jedenfalls musste ich öfters mit dem Handy wieder die Route suchen. Um alles zu vervollständigen noch einen kleinen Platten on top, der aber in paar Minuten gefixt war. Bestenfalls eine aktive Pause. Nach fast 1200km saugten mir die letzten drei Tage die Energie weg. Ich beschloss die „warum eigentlich nicht“ Karte zu ziehen und nahm nach Lübeck den Zug Richtung Kiel & Sylt. Die letzten zwei Tage wollte ich in aller Ruhe verbringen, statt weiter gegen den Wind zu fahren. Hatte genug.

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Das Ende

Tretlager knirschte sich laufend einen ab und wahrscheinlich durch den Sand & Dreck rieb ich die kompletten Bremsbeläge ab. Abbremsen und Stehenbleiben mit dem Fahrrad war nur noch bedingt möglich. Klares Zeichen für einen Touren Stopp.

Bis auf einen massiven Radschaden habe ich also fast alles erlebt und ordentlich Erfahrung gesammelt. Darum ging es ja auch. Jetzt aber war ein verlängertes WE auf Sylt angesagt.

volle Distanz: 598.46 km
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