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On the road – Jakobsweg / Camino quer durch Spanien

Jakobsweg Sello

Jakobsweg

Ich weiß gar nicht mehr warum ich es tun wollte. Irgendwie schon immer mal auf dem Radar gehabt. War es die Herausforderung 900km zu latschen? Erfahrung? Etwas was man halt mal machen muss? Runter von der bucket Liste? Es klang einfach vielversprechend. Videos sahen vielversprechen aus…da war was dran. Am Ende das blöde Buch von Happe – oh.. ich musste jetzt heulen. Der Camino hatte mich soweit etc. Mir war klar: a) jetzt mache ich es und b) nein ich heule nicht (was ich auch nicht tat).

Hinkommen

gar nicht so einfach bzw. schon recht blöd um nach Saint Jean Pied de Port zu kommen. Bus & x mal umsteigen, Zug und x mal umsteigen oder Flugzeug und x mal umsteigen. Ich flog letzten Endes – nach Bilbao. Dann mit drei Busen über San Sebastian, Pamplona endlich nach Saint Jean.

Zeitraum

Ich wollte es unbedingt jenseits der großen Massen tun. Also nicht im Sommer. Frühjahr? Wohl sehr viel Regen. Herbst? Ja spät aber nicht zu spät. Zum Teil wurden hinter uns die Türen der Herberge für den Winter zu gemacht. War geil.. würde ich wahrscheinlich wieder machen.

Am ersten Abend in der ersten Herberge traf ich auch die Leute mit denen ich doch letzten Endes mehr oder weniger mitlief. Die ersten Tage waren weniger hart als ich dachte. Es beginnt mit zählen: der erste Km, & der erste Tag. Danach der zweite Tag und weitere 25km etc. Nach Pamplona spielte das alles keine Rolle mehr. Es sind einfach weitere Tage und weiter Km.

Man wird doch recht früh wach, startet meist weit vor 8 Uhr in der Früh – best case vor dem Sonnenaufgang. Gegen 12 Uhr hat man in der Regel ca. 20km. Die restlichen werden meist nach paar Pausen mit Wein und/oder Bier abgerissen. Gegen 16 ist man in der Herberge. Waschen, putzen, lesen, schreiben, chillen, weggehen & essen, schlafen gehen. Repeat.

Die Landschaft ist bezaubernd, von Leuten sieht man fast nichts. Man sieht x mal mehr Hunde & Katzen als Menschen unterwegs. Liegt es an der Siesta? Liegt es einfach am Weg.. ich weiß es nicht. Bis auf die größeren Städte ist am Jakobsweg kaum was los. Vielleicht besser so. WiFi ist in so ziemlich jeder Kneipe verfügbar – damit ist man leider nicht aus der Welt wenn man nicht widerstehen kann und sich in Facebook etc. einloggt.

Und dann ist man irgendwann nur noch 100km entfernt. Die Strecke die die Spanier in der Regel  hinlegen. Mehr brauchen sie nicht. Damit auch am vollsten. Am fünften Tag ist man in Santiago de Compostela. Geht durch die Stadt, geht zur Messe, holt sich die Compostela  Uhrkunde ab, feiert mit den Mitpilgern und besäuft sich hemmungslos am Abend. Danach gehen viele wieder Heim.. einige weitere 100km bis zur Küste zum Cap Fisterra. Dort holt man sich die zweite Uhrkunde ab, verbringt in sich gekehrt den Sonnenuntergang am Leuchtturm und betrinkt sich wieder. Vorbei sind die Tage der mentalen Diät. Wo das meiste nicht wichtig war, bis auf die Frage ob man noch genug Wasser hat und noch weitere St laufen will & kann. Danach holte einen das Leben wieder ein. Schade aber die Muschel bleibt.. mehr als Mahnung als Erinnerung.

Mittlerweile gibt es genug apps so das man praktisch auch ein Wanderbuch nicht mehr braucht. Einfach nur totes Gewicht weniger. Der beste Spruch vom Camino war:

„Beim ersten mal findest Du dich selbst, beim  zweiten Camino die Mitmenschen und beim dritten mal Gott“. Interessant – sollte es mal rausfinden.

Auch mit meinen 900km & 31 Tagen war ich doch nur Mittelmaß. Viele fingen den Weg in Frankreich, Schweiz oder Deutschland an. Am Ende hatten sie abgeriebene Schuhe, über 100 Tage Wanderung und bis ca. 2500km drauf. Respekt

Tagesetapen

Tag 1: Saint-Jean-Pied-de-Port  —  Orreaga/Roncesvalles  (25.6 km)
Tag 2:  Orreaga/Roncesvalles  —  Larrasoaña  (27.1 km)
Tag 3:  Larrasoaña  —  Pamplona  (14.7 km)
Tag 4:  Pamplona  —  Puente la Reina/Gares  (24.0 km)
Tag 5:  Puente la Reina/Gares  —  Villamayor de Monjardín  (31.3 km)
Tag 6:  Villamayor de Monjardín  —  Viana  (30.1 km)
Tag 7:  Viana  —  Ventosa  (22.2 km)
Tag 8:  Ventosa  —  Santo Domingo de la Calzada  (37.9 km)
Tag 9:  Santo Domingo de la Calzada  —  Belorado  (22.7 km)
Tag 10: Belorado  —  Agés  (27.4 km)
Tag 11: Agés  —  Burgos  (23.0 km)
Tag 12: Burgos  —  Hontanas  (31.1 km)
Tag 13: Hontanas  —  Frómista  (34.2 km)
Tag 14: Frómista  —  Calzadilla de la Cueza  (35.9 km)
Tag 15: Calzadilla de la Cueza  —  Bercianos del Real Camino  (32.6 km)
Tag 16: Bercianos del Real Camino  —  Mansilla de las Mulas  (26.8 km)
Tag 17: Mansilla de las Mulas  —  León  (18.1 km)
Tag 18: León  —  Hospital de Órbigo  (33.7 km)
Tag 19: Hospital de Órbigo  —  Rabanal del Camino  (36.4 km)
Tag 20: Rabanal del Camino  —  Ponferrada  (32.9 km)
Tag 21: Ponferrada  —  Trabadelo  (33.8 km)
Tag 22: Trabadelo  —  Alto do Poio  (27.2 km)
Tag 23: Alto do Poio  —  Sarria  (30.9 km)
Tag 24: Sarria  —  Portomarín  (22.4 km)
Tag 25: Portomarín  —  Casanova, Lugo  (30.7 km)
Tag 26: Casanova, Lugo  —  Arzúa  (23.1 km)
Tag 27: Arzúa  —  O Pedrouzo  (19.2 km)
Tag 28: O Pedrouzo  —  Santiago de Compostela  (20.0 km)

 

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